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Siemerling-Sozialpreis
Lamm
Pater Laurentius, der Schöpfer der bei der Verleihung zu übergebenen Bronzeplastik, schreibt zu dem Lamm: „Das Opfertier, das Lamm. Es steigt aus dem Buch, hager und sehnig, wie geschoren und durchsichtig, wendet den Kopf erregt als sprechende Aufforderung, ihm zu entsprechen: Folge mir nach!“

Der Siemerling-Sozialpreis

Mecklenburg-Vorpommern weist zahlreiche soziale Brennpunkte auf, an deren Bewältigung neben staatlichen und kommunalen Einrichtungen viele freie Träger und Initiativen mitwirken. Um diese zu ermutigen und zu fördern, wurde von der Dreikönigs-Stiftung ein Sozialpreis für Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Er soll innovative und effektive Projekte und Initiativen im sozialen Bereich würdigen und engagierte Personen oder Gruppen auszeichnen.

Die Namensgebung verfolgt das Ziel, den Sozialpreis mit einer Persön- lichkeit aus Mecklenburg-Vorpommern zu verbinden, die sich in außer- gewöhnlicher Weise um soziale und kulturelle Belange verdient gemacht hat. Ein Teil der Neubrandenburger Familie Siemerling wirkte seit dem 18. Jahrhundert über mehrere Generationen als Ärzte, Apotheker, Kauf- leute und Bankiers. Diese Familienmitglieder setzten sich für die För- derung des städtischen Gemeinwesens, des wirtschaftlichen Aufstiegs und des geistigen Lebens ein.


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Begründer der Familie war Dr. med. Christian Siemerling (15.05.1719-26.02.1796), der als Arzt, Apotheker und Kaufmann die Bevölkerung mit Medikamenten und Lebens- mitteln versorgte. Im Februar 1823 wurde Viktor Siemerling, Urenkel von Christian Siemerling, geboren, der als sozial handelnder Apotheker, aber auch als Bankier die markanteste Persönlichkeit der Familie Siemerling war. Das Geburtsdatum Viktor Siemerlings und das Todesdatum Christian Siemerlings waren ausschlaggebend für die Terminwahl der Preisverleihung jeweils im Februar. Erstmalig wurde der Preis im Februar 1994 vergeben, damals mit 20.000 D-Mark dotiert.

Auswahl der Preisträger

Das Kuratorium der Dreikönigs–Stiftung wählt die Preisträger aus. Das Kuratorium besteht aus Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Vorschlagsberechtigt ist jedermann. Der Preis kann sowohl an Vereine oder Verbände als auch an Einzelpersonen oder Personengrup- pen vergeben werden. Bei mehreren förderungswürdigen Projekten kann der Preis auch halbiert oder gedrittelt werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

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Die Preisträger erhalten neben der Dotation die Bronzeplastik „Das Lamm im offenen Buch“. Die Skulptur wurde von dem Franziskanerpater Laurentius (Ulrich) Englisch geschaffen, der nach dem Theologiestudium erster Meisterschüler bei Prof. Beate Schiffer war und bei dem verstorbenen Joseph Beuys arbeitete, beide Kunsthochschule Düsseldorf. Er hat er viele unverwechselbare sakrale Kunstwerke geschaffen. Pater Laurentius lebt im Vossenacker Franziskanerkloster. Er ist Kunsterzieher am dortigen Franziskus-Gymnasium und wirkt als Priester in der Umgebung.

Der Siemerling-Sozialpreis 2017 ergeht an die  Rostockerinnen Elisabeth Lellbach und Dorothee Barndt

2017 Siemerlingpreis

v. l. Frau Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages M-V (Laudatio), Frau Elisabeth Lellbach, Frau Dorothee Barndt  und Kuratoriumsvorsitzender der Dreikönigs-Stiftung Rainer Prachtl

Den einzigen Sozialpreis des Landes M-V, am 27.02.2017 zum 24. Mal verliehen, erhalten die Rostockerinnen Elisabeth Lell- bach und Dorothee Barndt. Die 80-jährige Elisabeth Lellbach und die 73 Jahre alte Dorothee Barndt haben seit Jahrzehnten herausragendes ehrenamtliches Engagement für die Schwachen der Gesellschaft bewiesen. In ihrer Laudatio sagte Frau Bretschneider, Landtagspräsi- dentin von M-V, ohne solche Menschen wäre unsere Welt spürbar kälter. Die 80-jährige Lellbach aus der katholischen Kirchengemeinde Rostock hatte schon in der DDR Frauen mit ungewolten Kindern, Alten und Alkoholkranken geholfen und viele Sterbende in der Hospizbewegung auf ihrem letzten Weg begleitet. Die 73-jährige Barndt engagiert sich über die Volkssolidarität seit Anfang der 1970er Jahre in Rostock-Lütten Klein für behinderte Kinder und Erwachsene. Nach 1990 hat sie sich um alleinerziehende Frauen, Obdachlose sowie die ambulante Hospizarbeit in Rostock gekümmert.

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Musikalische Umrahmung

Preisträger der Vorjahre

2016 Frau Dr. Renate Krüger, Publizistin +: Nach der Wiedervereini- gung machte sich Dr. Renate Krüger neben ihren Romanen und Schriften auch einen Namen als Historikerin für unser Land, die Kunst und die ka- tholische Kirche.

2015 Dr. Heidrun Niemann aus Neu Tenze (Mecklenburgische Schweiz):  Ihr ist es maßgeblich zu danken, dass im Jahr 2001 der Förder- verein Bürgerhaus der Gemeinde Warnkenhagen e.V. gegründet wurde. Es ist ein echtes Zentrum mit einer zusammengewachsenen Gemeinschaft entstanden – mit vielen Mitmachern und Aktiven, mit der Sorge der Einzel- nen für das Ganze und mit der Sorge des Ganzen für den Einzelnen.

2014 Jens Brammann: Seit dem Jahr 2000 widmete er sich mit vollem Einsatz vor allem dem Behindertensport. Ihm waren Sportfeste unter dem Titel „Sport statt Gewalt“ ebenfalls wichtig. Fred Freese ist für Familien da, die vom Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffen sind, bringt Erzieher und Eltern zusammen, organisiert unter anderem Fe- rienlager für betroffene Kinder und eine deutschlandweite Messe zum Thema ADHS.

2013 Ordensschwester M. Gratia Kukla:  Unter ihrer Regie wurde das frühere Kinderheim Graal-Müritz in den Jahren 1992 bis 1995 zu einer mo- dernen Familienferienstätte umgestaltet. Die Einrichtung steht Christen und Nichtchristen offen.

2012 Eckhardt Meyer aus Sternberg setzte sich u.a. für den Erhalt des Spielmannszuges der freiwilligen Feuerwehr ein, womit das kulturelle Leben auch über die Kreisgrenzen hinaus eine erhebliche Bereicherung erfährt. Andreas Elmer aus Reddelich/Brodhagen (Landkreis Rostock)  war mit 23 Jahren zeitweilig der jüngste ehrenamtliche Bürgermeister in M-V  und setzt sich  nicht nur selbst für die Interessen, Wünsche und Nöte anderer ein, sondern schafft es darüber hinaus, auch andere Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren und einzubinden.

2011 Hinrich Kuessner hatte sich authentisch und glaubwürdig schon zu DDR-Zeiten als Mitarbeiter der Diakonie stark sozial engagiert. Er erhielt den Preis außerdem für sein Engagement im Opferverein Weißer Ring.

Preisträger 2001 bis 2010

2010 Irmgard Rethmann setzt sich u.a. für die Integration und Solidari- tät mit ausländischen Mitbürgern ein. Norbert Rethmann sorgte u.a. für die Rekonstruktion und Umgestaltung von Sternberger Altstadthäusern (al- tersgerechtes Wohnen).

2009 Stellvertretend für die Diakonissen in Ludwigslust nahm  Schwe- ster Annemarie Buls den Siemerling-Sozialpreis entgegen. Alle waren in sozialen Einrichtungen (Krankenhäusern, Kindergärten, Beratungsstellen), aber auch in  Gefängnissen tätig.

2008 Heinz-Günther Hamann +: 1988 wurde Hamann Initiator eines neuen Ausbildungskurses der Ehe-, Familien- und Lebensberatung für das gesamte Gebiet der DDR.

2007 1981 begann in Greifswald die ehrenamtliche Tätigkeit von Ludwig Schmidt. Selbst stark körperbehindert wurde er zum Brückenbauer zwi- schen einzelnen Behindertenkreisen.

2006 Der 78jährige Landesrabbiner  William Wolff hilft seit 1997 nicht nur den jüdischen Mitbürgern, sondern ebenfalls dem zahlenmäßig weitaus größeren Teil der nichtjüdischen Spätaussiedler bei der Integration in die deutsche Gesellschaft.

2005 Die Plauer Professorin Dr. Adelheid Geck ist seit zehn Jahren auf vielfältige Weise auf christlicher, kultureller und sozialer Ebene tätig.

2004 Das Ehepaar Erna und Erwin Kuhn aus Müggenhall, Kreis Nord- vorpommern, kümmert sich seit mehr als 35 Jahren um alkoholkranke Me- nschen. Christine Siebahn aus Zachow, Kreis Mecklenburgische Seen- platte, betreut seit Jahrzehnten (unterstützt von ihrem Mann Reinhard) ihre schwerstbehinderten erwachsenen Zwillingsschwestern.

2003 Ines Tack aus Petersdorf für die Integration behinderter Menschen. Ehepaar Gisela und Helmut Sanne aus Quetzin als Trauerbegleiter in der Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“.

2002 Nguyen do Thinh aus Rostock für die Zusammenführung ver- schiedener Religionen und Kulturen und die Rettung seiner Landsleute 1992 bei den Brandanschlägen in Rostock-Lichtenhagen.

2001 Ehepaar Christine und Wilhelm Etringer aus Groß Wüstenfelde: Für die über 45-jährige Pflege der schwerstbehinderten Schwester / Schwä- gerin. Rudolf Goldbach aus Neukloster für sein über 30-jähriges gemein- nützige Wirken.

Preisträger 1994 bis 2000

2000 Gabriele Beier, Siedenbollentin: Für ihre jahrelange Tätigkeit im French Hospital in Jerusalem.

1999 Prof. Peter Heidrich +: Er konnte im Philosophischen Gesprächs- kreis u. a. mit  Vortragsreihen über Dantes „Göttliche Komödie“, Goethes „Faust“, Weltreligionen und über Märchen die zahlreichen Teilnehmer fes- seln.

1998  Ehepaar Martina und Heinz Nitzsche vom Diakonischen Zent- rum Serrahn: Für seine aufopferungsvolle Tätigkeit in der Suchthilfe.

1997 Ariane Kroß: Für die Hilfe für Umsiedlerfamilien und die Arbeit beim PROJEKT „Hilfe zur Arbeit“ 1995 mit damals 60 beschäftigten (ehemaligen) Sozialhilfeempfängern;  Norbert Koschmieder u.a. für die Leitung der Initiativgruppe  „Ausländer“ der Stadt Neubrandenburg und die Tätigkeit als Gemeindekatechet;  Familie Illgen für die Erziehung von acht Kindern bei niedrigem Familieneinkommen und doch beispielhaft harmonischer Familien- gestaltung.

1996 Schwester Gerlind Schramm vom Orden der Thuiner Franziska- nerinnen vom Hl. Georg für jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz bei der Erziehung von Kindern im Vorschulalter.

1995 Pfarrer Hans-Joachim Beier aus Siedenbollentin für über 15-jähri- ge Betreuung Alkoholkranker und die ehrenamtliche Tätigkeit als Kranken- hausseelsorger;  Annemarie Alexander aus Griebenow/OT Kreutzmann- hagen für jahrzehntelanges Bemühen um Bewohner im Alten- und Pflege- heim ihrer Gemeinde.

1994 Michaelshof in Rostock-Gehlsdorf, eine evangelische Pflege- und Fördereinrichtung für die Betreuung, Pflege und Förderung behinderter Menschen.

Fotos und Repros: Bernd Lasdin

letzte Aktualisierung dieser Seite von Rudolf Klemke am 28.02.2017

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