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Jugendarbeit
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Gruppenbild in Nazareth  -  Israel-Reisegruppe - Oktober 2019

Foto:von Samson

Schon von 1992 bis 1999 reisten jährlich Jugendgruppen aus dem nord- östlichen Bundesland nach Israel. Sie lernten Land und Leute sowie die besonderen Probleme des Nahen Ostens kennen und wurden dabei auch immer wieder mit den Schatten der Vergangenheit konfrontiert. Sie entdeckten das Land und fanden dabei auch Zugang zum modernen Israel und seinen Problemen. Diese Reisen der deutschen Jugendlichen zielten auf die Verringerung eines großen Defizits, das durch jahr- zehntelange Indoktrination in der DDR-Zeit mit ihrer einseitigen Anti- faschismus-Ideologie entstanden war. Viele von den Jugendlichen kehr- ten mit einer Botschaft in ihre Heimat zurück, deren Ausbreitung lange Zeit, vielleicht sogar eine ganze Lebenszeit, in Anspruch nimmt.

Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hatte zur Unter- brechung dieser Kontakte geführt. Im Herbst 2011 setzte der Dreikö- nigsverein nach dreijähriger Pause seine traditionellen Jugendfahrten nach Israel fort.

In den Herbstferien 2019 hatten wieder Jugendliche aus Neubranden- burg und der Region die Möglichkeit, Israel, das „Heilige Land“, zu erkunden. Ermöglicht wurde die Reise erneut vom Dreikönigsverein, der den einwöchigen Israelbesuch schon seit vielen Jahren unterstützt und auch zu zwei Drittel finanziert hat.

                                              Israel Reisebericht                             Kai-Ole Wilhelm

Am 4. Oktober fuhr um 4.36 Uhr ein Reisebus in Richtung Berlin, an Bord 31 Jugendliche aus Neubrandenburg, Pasewalk, Schwerin und Hannover zusammen mit vier Betreuern. Die Reise wurde vom Dreikönigsverein organisiert, der seit Anfang der 90er Jahre regelmäßig Jugendliche nach Israel schickt. Ich war ein Teil von ihnen und möchte über die schönsten Orte und besonderen Begegnungen berichten auf unserer Reise durch das gelobte Land, durch Israel.

Das wohl größte Ärgernis der acht Tage ereignete sich direkt nach dem Ausstieg auf dem Flughafen in Tel Aviv. Als wir nach zwei Flügen am Gepäckband standen, warteten wir vergebens auf unsere Koffer und Taschen und nicht nur wir. Das Gepäck des gesamten Fluges war in Wien geblieben und anstatt mit unseren abgegebenen Sachen, standen wir mit einem Zollformular für gute anderthalb Stunden vor dem Schalter für verlorenes Gepäck. Erst am dritten Tag erhielten wir unser Gepäck zu- rück.

Trotz dieses kleinen Dämpfers genossen wir die sehr gute Jugend- herberge Karei Deshe und das üppige Buffet. In den kommenden Tagen besichtigten wir u.a. die Brotvermehrungskirche, den Nachbau der hän- genden Gärten in Haifa und Golan Höhen, die mit einer unglaublichen Aussicht über das Grenzland zu Syrien für viele ein Highlight der Reise waren.

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Auf den Golanhöhen in Begleitung eines Kamerateams vom NDR

Foto:von Samson

Würden wir gefragt werden, könnten wir eine Reihe von interessanten Orten und Ereignissen nennen, auch wenn sich die Geister scheiden. Doch in einem Punkt sind wir uns einig, eine Begegnung gefiel uns allen. Am 4. Tag fuhren wir nach Nazareth und besichtigten eine orthodoxe Kirche und den alten Brunnen der Stadt.

Danach war ein Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt in einer Schule geplant. Wir kamen gegen Mittag an und wurden sehr herzlich von Schwester Clara, einer gutmütigen Salvatorianerin, empfangen und in das Schulhaus begleitet. In der Aula erzählte sie uns etwas über die Einrichtung. Die Schule wurde in den 60er Jahren von Salvatorianerinnen, Schwestern eines katholischen Ordens zu Ehren Salvator Mundis, gebaut und ist eine christlich-muslimische Einrichtung mit über 1.500 Schülern und Schülerinnen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung in der Informatik und dem technischen Verständnis und Fertigkeiten. 95 von 100 Schülern absolvierten in diesem Jahr das Abitur. Im Anschluss an ihre kleine Ansprache übergaben wir eine Spende des Dreikönigsvereins und sangen ein „Halleluja“.

Zusammen mit Schülern besichtigten wir die Schule und kamen so auch mit unseren Altersgenossen ins Gespräch. Viele von uns, auch ich, haben an diesem Tag neue Freunde gefunden und wir denken noch heute gern daran zurück.

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Begegnung mit Schülerinnen und Schülern der christlich-muslimischen Schule in Nazareth

Foto:von Samson

Am nächsten Tag fuhren wir nach Jerusalem und besichtigten auf dem Weg die Festung Massada.

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Jerusalem  -  Klagemauer am Feiertag „Yom Kippur”

Foto:von Samson

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Das Österreichische Hospiz, unsere Unterkunft in Jerusalem

Foto:von Samson

Das Bad im Toten Meer holten wir am vorletzten Tag nach. Wir genossen absolute Gelassenheit und Schwerelosigkeit.

Wir sind während der Zeit in Israel zu einer sich gegenseitig respek- tierenden Gruppe zusammengewachsen und als wir im Flugzeug Richtung München saßen, wurde uns klar, dass wir eine Erfahrung fürs Leben gemacht haben, eine Erfahrung, an die wir uns sicherlich noch Jahre später gerne erinnern werden. Als wir um 22:40 Uhr in Berlin eintrafen, kam es zu erneuten Komplikationen. Bei einigen Leuten fehlten die Koffer. Und der Bus, mit dem wir nach Neubrandenburg fahren sollten, hatte eine Panne. So kamen wir erst um 2.30 Uhr am Busbahnhof an. Müde aber glücklich gingen wir als Freunde auseinander. Ich kann nur jedem jungen Menschen raten, selbst diese Erfahrung zu machen und das Heilige Land zu besuchen. Sei es auf eigenem Wege oder zusammen mit anderen in zwei Jahren mit dem Dreikönigsverein.

Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins Rainer Prachtl: „Gerade wegen der anhaltenden Extremismus-Debatten wollten wir die Tradition weiterhin mit Leben erfüllen, zumal eine umfassende Völkerverständi- gung vor allem mit Israel in der Satzung unseres überkonfessionellen Vereins festgeschrieben ist. Sich den bedrückenden Wahrheiten unserer Geschichte zu stellen ist unverzichtbar.”

letzte Aktualisierung dieser Seite von Rudolf Klemke am 24.10.2019

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