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Jugendarbeit
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Israel-Reisegruppe 2011 in Jerusalem

Beeindruckt von Kultur und Geschichte des Heiligen Landes

Der Dreikönigsverein setzte im Herbst 2011 nach dreijähriger Pause seine traditionellen Jugendfahrten nach Israel fort. Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hatte zur Unterbrechung dieser Kontakte bis 2008 geführt.

 Schon von 1992 bis 1999 reisten jährlich Jugendgruppen aus dem nordöstlichen Bundesland nach Israel. Sie lernten Land und Leute sowie die besonderen Probleme des Nahen Ostens kennen und wurden dabei auch immer wieder mit den Schatten der Vergangenheit konfrontiert. Sie entdeckten das Land auf den historischen Spuren der Heiligen Drei Könige, fanden dabei auch Zugang zum modernen Israel und seinen Problemen. Diese Reisen der deutschen Jugendlichen zielten auf die Verringerung eines großen Defizits, das durch jahrzehntelange Indoktrination in der DDR-Zeit mit ihrer einseitigen Antifaschismus-Ideologie entstanden war. Viele von den Jugendlichen kehrten mit einer Botschaft in ihre Heimat zurück, deren Ausbreitung lange Zeit, vielleicht sogar eine ganze Lebenszeit, in Anspruch nimmt.

23 Jugendliche aus Neubrandenburg und der Region im Alter von 16 bis 22 Jahren reisten nun vom 13.-21.10.2011 nach Israel.

Charlott Resske, Teilnehmerin der Reise, hat für die Neubrandenburger Zeitung den Reiseverlauf vom 13.–21. Oktober 2011 geschildert.

Die Jugendlichen aus Neubrandenburg und Umgebung hatten in den Herbstferien die Möglichkeit, Israel, das „Heilige Land“, zu erkunden. Ermöglicht wurde die Reise vom Dreikönigsverein, der den einwöchigen Israelbesuch schon seit vielen Jahren unterstützt und auch zu zwei Drittel finanziert hat.

Nachdem die Jugendlichen nach dem Flug in der Nacht in Tel Aviv ankamen, ging es los mit einem Spaziergang zum Sonnenaufgang am Mittelmeer. Es konnten erste Eindrücke von dem Land gesammelt werden und auch das Frühstück am Morgen begrüßte die Gruppe entsprechend der Kultur mit arabischem Kaffee und Humus.

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Tel Aviv

Die Jugendlichen besuchten Städte wie Jaffa, Haifa, Akko, Nazareth. Aber auch viele religiöse Orte bekamen die Aufmerksamkeit der Gruppe, so auch der Berg der Bergpredigt Jesu und andere Orte am See Genezareth. Begleitet wurde die Gruppe von Reiseleiter Gershon Ballhorn.

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Die Jugendgruppe am See von Genezareth

Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen von „Yad Vashem“, einer Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. „Yad Vashem war beeindruckend und erschreckend zugleich. Viele von uns haben viele neue Dinge des Holocausts gesehen und gelernt, schade nur, dass wir nicht ausreichender Zeit hatten, um uns alles anzusehen“, erzählt Anna Nötzel.

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Im “Tal der verlorenen Gemeinden”, das zur Gedenkstätte gehört, war zu sehen, dass vor 1933 auch in Neubrandenburg eine jüdische Gemeinde existiert hat.

Erstaunt waren alle, wie die Juden bei der Einweihungsfeier ihrer neuen Thora beim Laubhüttenfest die Deutschen aufgenommen und zum Mitfeiern eingeladen haben. Zusammen wurde getanzt und gesungen. „Die Kultur ist einfach offener, obwohl sich das Land in einer politisch komplizierten Lage befindet. Ich war überrascht, dass die Menschen uns als fremde Gruppe so herzlich aufnehmen“, schwärmt Marieke Schürgut.

Zur Esskultur: Das einheimische Essen lernte die Reisegruppe auch kennen, denn zum Mittag wurde immer etwas Typisches wie zum Beispiel Falafel (gebackene Kügelchen aus Kichererbsen und Salat in runden Brotfladen) verspeist.

Ein weiteres besonderes Highlight der Reise war aber auch der eintägige Besuch von Bethlehem. Reiseleiter Gershon durfte als Israeli aufgrund der politischen Umstände nicht in die Stadt, weil sie unter palästinensischer Verwaltung steht.

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Frau Faten Mukarker (auf dem Bild ihr Sohn, der die Führung eröffnete) lebt mit ihrer Familie in einem Nachbarort von Bethlehem. Die Friedensaktivistin zeigte der Jugendgruppe die Geburtskirche, die als Geburtsort von Jesus gilt. Sie erzählte aber auch von der permanenten Bedrohung des Alltags der Menschen, die hinter den Mauern von Bethlehem leben. „Die Abwesenheit von Krieg ist nicht gleich Frieden. Wir sind einfach müde nach über 60 Jahren ohne Frieden“ berichtet die palästinensische Christin. „Die einzige Hoffnung für uns sind die Wunder. Und wer nicht an Wunder im Wunderland glaubt, ist kein Realist.“

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Aber auch die Besichtigung der Klagemauer in Jerusalem, einer heiligen Stätte des Judentums, werden die Jugendlichen nicht vergessen. „Es gibt Menschen mit einem Herz aus Stein, und es gibt Steine mit einem menschlichen Herz, sowie die Klagemauer“, sagt Reiseleiter Gershon über die Mauer.

Für Erfrischung bei den heißen Temperaturen im Land sorgte das Tote Meer mit seinen 30 Grad wohl auch nicht, dafür für eine ganz neue Erfahrung, denn das Wasser trägt aufgrund seines außergewöhnlich hohen Salzgehalts den menschlichen Körper sehr gut.

Israel2011 _Wanderung von der Festung Massada zum Toten Meer

Wanderung von der Festung Massada zum Toten Meer

Auf der siebentägigen Reise durch das Land, bei der an immer wieder anderen Orten in sehr schönen Jugendherbergen übernachtet wurde, konnten die Neubrandenburger aber nicht nur Israel kennen lernen sondern auch untereinander sich selbst. In der Gruppe sind viele neue Freundschaften entstanden, so Marieke Schürgut: „Ich hatte erst Angst, dass ich keinen Anschluss finde in der Gruppe. Aber alle waren sehr aufgeschlossen und ich habe schnell neue Kontakte geknüpft. Und jetzt nach der Reise bin ich mir sicher, dass ich einige wirklich ins Herz geschlossen habe und mich freue, wenn wir weiterhin so gut zusammenhalten.“ Insgesamt sind alle froh, auch die Reiseleiter Pastor Jörg Albrecht und Fred Budnik, die Möglichkeit der Reise nach Israel gehabt zu haben.

„Die Reise war der Wahnsinn und wurde mit vielen neuen Eindrücken geprägt. Es war sehr schön, aber auch anstrengend. Wir haben so viele Einsichten in das Leben, die Geschichte und die Kultur Israels bekommen. Wir werden uns wohl immer an diese Reise erinnern“ sagt Anna Nötzel.

Das meint auch Maria Bende: „Die Reise nach Israel war beeindruckend. Die Menschen und die Kultur haben mich fasziniert, da dort so viele Glaubensrichtungen aufeinandertreffen. Das war wirklich eine unvergessliche Woche.“

Zum Abschluss noch weitere Bilder von der uns sehr bewegenden Reise

Israel2011 _Erlöserkirche in Jerusalem

Die Erlöserkirche in Jerusalem

Israel2011 _Israelisch-libanesische Grenze in Rosh Hanikra

Israelisch-libanesische Grenze in Rosh Hanikra

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See Genezareth

Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins Rainer Prachtl: „Gerade wegen der anhaltenden Extremismus-Debatte wollten wir die Tradition wieder mit Leben erfüllen, zumal eine umfassende Völkerverständigung vor allem mit Israel in der Satzung unseres überkonfessionellen Vereins festgeschrieben ist. Sich den bedrückenden Wahrheiten unserer Geschichte zu stellen ist unverzichtbar.“

Fotos: Jörg Albrecht; Kuppel von Yad Vashem: Bernd Lasdin

letzte Aktualisierung dieser Seite am 03.11.2010

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