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Geschichte
NB-Panorama

Foto: Rudolf Klemke

Neubrandenburg bildet das traditionelle Oberzentrum der Region Ostmecklenburg, des früheren Großherzogtums und späteren Frei- staates Mecklenburg-Strelitz. Seine Bedeutung wuchs mit seiner Bestimmung zur Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks der DDR.

Wie auch in anderen Regionen der früheren DDR hat die Einheit den Menschen in Neubrandenburg nicht nur politische und geistige Freiheit gebracht, sondern sie erlebten überrascht auch eine wachsende Bedeutungslosigkeit, ja eine Auflösung ihrer geordneten und gewachsenen Gemeinschaften, eine große Unsicherheit bei der Wahrnehmung der politischen und rechtlichen Möglichkeiten und auch gewisse Zwänge der Kon- sumgesellschaft.

Bereits vor der Wende 1989 hatten sich in einem „Hauskreis“ christliche und humanistisch gesinnte Menschen in Neubran- denburg jeweils am 6. Januar, dem Dreikönigstag, getroffen. Sie verstanden die Botschaft des Dreikönigstages als Her- ausforderung, neue Wege zu beschreiten und christliche Grundwerte – Nächstenliebe, soziales Engagement, Toleranz und Völkerverständigung – zur Richtschnur ihres Handelns zu machen.

Der Herbst 1989 brachte mit der Wende den Versuch, der DDR demokratische und marktwirtschaftliche Strukturen zu geben. Dieser Prozess, der von den Initiatoren des Dreikönigsvereins in Neubrandenburg geistig mit vorbereitet worden war, brachte für alle neue Aufgaben und politische Verantwortung. So entstand die Idee, die bisher nur im internen Dialog gepflegte gemeinsame Grundüberzeugung als Basis für breit gefächerte Aktivitäten in der Sozialarbeit, dem Kultur- und Bildungswesen und dem Feld der Völkerverständigung zu nutzen.

2003 - Verein des Jahres

Der Dreikönigsverein Neubrandenburg wurde am 18. Novem- ber 2003 in Potsdam auf dem 7. Unternehmer-Konvent des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes mit dem erstmals vergebenen Preis „Verein des Jahres“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Teilnehmen konnten Vereine, die durch ihr Engagement zum Zusammenleben in der Region beitragen und Verantwortung übernehmen.

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v. l.: Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes Rainer Voigt übergibt gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Peter Siebken, den Preis an den Vorsitzenden des Dreikönigsvereins Rainer Prachtl

Foto: Bernd Lasdin

In der Satzung des im November 1991 gegründeten Dreikö- nigsvereins Neubrandenburg einigten sich die Mitglieder auf die Formulierung:

“Ziel des Vereins ist es, über konfessionelle Grenzen hinweg, unabhängig von politischen Parteien und im Geist von Demo- kratie und Toleranz soziale und christliche Initiativen zu unterstützen, christlich-humanistische Kunst, Kultur und Bil- dung zu fördern sowie sich für eine umfassende Völker- verständigung einzusetzen.“

Am 6. Januar 1992 stellte sich der Dreikönigsverein erstmals der Öffentlichkeit vor. Aus den früheren eher zwanglosen Tref- fen am Dreikönigstag war ein festliches Abendessen für einen wohltätigen Zweck mit über 200 Teilnehmern geworden.

Unterstützung sozialer Projekte –
gezielte Hilfe für Menschen

Nächstenliebe und Sozialarbeit beschränken sich für die Mitglieder des Dreikönigsvereins nicht auf das Sammeln von Spenden. Soziale Missstände entstehen nicht nur auf Grund materiellen Mangels. Eine ganzheitliche Sozialarbeit bedeutet daher auch vor allem menschliche Zuwendung. Es sind oftmals die kleinen Gesten, die zählen und viel bewirken können.

Die Arbeitsgruppe „Soziales“ des Vereins geht dabei auch un- konventionelle Wege. So richtete sie einem kleinen Jungen, der in schwierigen Familienverhältnissen lebt, eine Geburtstags- feier aus. Eine alleinerziehende Mutter erhielt für dringend er- forderliche Anschaffungen einen finanziellen Zuschuss. Jugend- liche konnten mit Hilfe des Vereins an der Malteser-Romwall- fahrt teilnehmen. Einer Mutter, die unter schwierigsten Bedin- gungen im Libanon lebt, wurde durch eine Spende für die medi- zinisch gebotene Nierentransplantation geholfen.

Auch das eng geknüpfte soziale Netz in Deutschland kann nicht jeden denkbaren Notfall auffangen. Da benötigte ein Alleinste- hender eine Waschmaschine. Der Dreikönigsverein besorgte sie ihm.

Unkonventionell, unbürokratisch, gezielt und persönlich, so bemühen sich die in der Sozialarbeit engagierten Mitglieder des Vereins, für Menschen auf der Schattenseite unserer Ge- sellschaft da zu sein.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bildet einen weiteren Schwerpunkt des sozialen Engagements des Vereins. Als Bei- spiel sollen die zwei integrative Kinderfeste, die gesunde und behinderte, ausländische und deutsche Kinder zusammen- führte, genannt werden. Im Januar 1995 organisierte der Verein ein Benefizfußballspiel zwischen der Bundesliga- mannschaft des FC Bayern München und einer Landesauswahl, dessen Erlös der Förderung der Jugendarbeit diente.

letzte Aktualisierung dieser Seite am 03.11.2010

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