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Wie auch in anderen Regionen der früheren DDR hat die Einheit den Menschen in Neubrandenburg nicht nur politische und geistige Freiheit gebracht, sondern sie erlebten überrascht auch eine wachsende Bedeutungslosigkeit, ja eine Auflösung ihrer geordneten und gewachsenen Gemeinschaften, eine große Unsicherheit bei der Wahrnehmung der politischen und rechtlichen Möglichkeiten und auch gewisse Zwänge der Kon- sumgesellschaft.
Bereits vor der Wende 1989 hatten sich in einem „Hauskreis“ christliche und humanistisch gesinnte Menschen in Neubran- denburg jeweils am 6. Januar, dem Dreikönigstag, getroffen. Sie verstanden die Botschaft des Dreikönigstages als Her- ausforderung, neue Wege zu beschreiten und christliche Grundwerte – Nächstenliebe, soziales Engagement, Toleranz und Völkerverständigung – zur Richtschnur ihres Handelns zu machen.
Der Herbst 1989 brachte mit der Wende den Versuch, der DDR demokratische und marktwirtschaftliche Strukturen zu geben. Dieser Prozess, der von den Initiatoren des Dreikönigsvereins in Neubrandenburg geistig mit vorbereitet worden war, brachte für alle neue Aufgaben und politische Verantwortung. So entstand die Idee, die bisher nur im internen Dialog gepflegte gemeinsame Grundüberzeugung als Basis für breit gefächerte Aktivitäten in der Sozialarbeit, dem Kultur- und Bildungswesen und dem Feld der Völkerverständigung zu nutzen.
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